Mittwoch, 6. Juli 2011

Ein Titel mit Ftan, den Lais da Macun und dem Nationalpark

Inspirationen für den Anfang dieses Eintrages hätten sein können: Ein unpassendes Otto Zitat ("Hohes Gewicht, liebe Geschwollnen. Angenagter"), ein "chemische Drogen"-lastiges Festival (Burning Mountain), oder eine Wanderung im Nationalpark über 3000 Höhenmeter... all das hat aber nichts genützt, um eine gute Einleitung zu finden. Darum zur Ablenkung soviel: Mit diesem Blog habe ich bis jetzt zur Aufbesserung meines Arbeitslosenbudgets geniale 9 Franken verdient... dies ist passiert, weil einige wenige den Mut hatten, auf die Werbebanner in meinem Blog zu klicken... Ihr wisst was zu tun ist! 

Eines schönen Freitages nahm ich den Zug von Frauenfeld ins Unterengadin. Mein Götti hat im Dorf Ftan eine ziemlich geniale Ferienwohnung. Die Aussicht spricht schon Bände Nach einem Tag Ausspannen gesellten sich zwei wanderfreudige Freunde zu mir und wir nahmen die Wanderroute Nr. 21 im Nationalpark in Angriff. Vom Dorf Zernez, der "Hauptstadt des Nationalparks", ging's 1500 Meter hoch auf den Munt Baselgia... und dann alles wieder runter zum Dorf Lavin auf der anderen Seite.

Blick auf das Engadin
Die fröhlichen Wandervögel mit (ernsthaft) gefährlichen Wanderstöcken Blick rüber zum Ofenpass An der Baumgrenze An diesem Wochenende fand im Zernez das Burning Mountain Goafestival statt. Morgens um 8 Uhr waren die Boxen immer noch voll augedreht und die zugedröhnte Menge immer noch am Tanzen. Der Acid-Trip dröhnte bis zu uns und trieb uns den Berg hoch. Der Weg wurde immer schwieriger, das Wetter immer kälter und dafür die Aussicht immer besser. Am Schluss transformierte sich der Weg in eine Geröllhalde, auf der man mühsam die letzten hundert Höhenmeter machen musste. Me SteingeissVon oben hat man dann aber einen genialen Ausblick auf das Engadin, den Ofenpass und auf das Unterengadin. Es hat sich gelohnt. Schnee Die Gruppe Der eigentlich Grund aber, um bis auf den Munt Baselgia und beinahe 3000 Meter hinauf zu steigen, sind die genialen Lais da Macun auf der anderen Seite. Das sind dutzende kleine Seelein in allen Blautönen. Schnee... es wurde kalt. Zum Glück blieben die Wolken im Norden hängen. Lais da Macun Mondlandschaft Türkis wie das karibische Meer Der Abstieg vom Gipfel zur Fuorcletta da Barcli ist dann nicht minder schwierig als der Aufstieg. Viele grosse Steine... und besser nicht ausrutschen. Die Lais da Macun sind eine Exklave des Nationalparks.Der Abstieg zu den Seen Moses weist den Weg Schon sehr beeindruckende Aussicht Schnee
Krank Nach einem kurzen und kalten Picknick nahmen wir die restlichen 1000 Höhenmeter des steilen Abstiegs in Angriff Blick auf die Alp Zeznina Die Alp auf 2000 Metern 16 Tons - Tennessee Ernie Ford Nach einem fast unfallfreien Abstieg kamen wir nach fast 7 Stunden Wanderung wieder unten an. Lavin Nach dieser Anstrengung haben wir uns unser Yak-Steak aus dem Safiental wohl verdient. Das Küchenteam war 1A. Sonnenuntergang von unserem Panoramabalkon aus Das ist mal eine Aussicht Die Kirche von Ftan. Der Turm steht neben der eigentlichen Kirche Ftan Am nächsten Tag gab's noch eine Yak-Cervelat bei der Grillstelle Lai da Pesch hinter dem Hochalpinen Institut in Ftan. Hochentspannt und mit etwas Muskelkater ging's dann wieder zurück ins warme (das heisst "wärmere") Unterland. A revair!

Dienstag, 5. Juli 2011

Mit Notschrei auf dem Holzweg: Wandern im Schwarzwald

Dieser Blog ist sozusagen das Protokoll der jährlichen Delegiertenversammlung, der offizielle Bericht im Klubheftchen. Der Klub ist eine Gruppe von más o menos acht knallharten Jungs, die mehr oder weniger jedes Jahr zusammenkommen, um ein paar Tage plus ou moins weit zu wandern.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf den Schwarzwald. La silva nera war die undurchdringliche Grenze des römischen Reiches und ist immer noch Deutschlands grösstes zusammenhängendes Mittelgebirge - was eigentlich nur beweist, dass Deutschland halt wirklich nicht viele Berge hat.

Im Mittelalter wurde dann ein grosser Teil der Nadelwälder gerodet und aus dem schwarzen Dschungel ist ein beschauliches Touristengebiet à la Schwarzwaldklinik geworden - genau diesen Kaffeefahrt-Tourismus wollten wir aber unbedingt vermeiden.

Der Treffpunkt war Freiburg im Breisgau. Von dort kamen wir relativ simpel mit der Gondel auf den Schauinsland - ein erster Vorgeschmack auf die struben Ortsnamen im Schwarzwald.
Trotz dieser Hügel convienently auf keiner unserer Karten eingezeichnet war, machten wir uns auf den Weg nach Notschrei (wirklich).
Die Gruppe Moorgebiet vor Hinterzarten Auf der Suche nach einem Grillplatz - erfolglos Nach dem Mittagessen liefen wir weiter nach Stübenwasen (wirklich jeder kleinste Gasthof hat hier eine Website), wo wir dann einen ziemlich schönen Campingplatz fanden. Der einzige Nachteil war, dass wir durch den drehenden Wind die ganze Zeit vom Rauch zugewindet wurden... die Wanderkarte riecht immer noch nach Grillwurst. Am nächsten Tag liefen wir weiter zum Feldberg - auch hier hat der Gasthof eine Seite, St.Wilhelmer Hütte
Der Drang war gross von der Wanderautobahn auf dem Feldberg weg zu kommen. Auf dem Feldberg... Wir kreuzten alle 50 Meter Wandergruppen mit mehr als zwanzig Mitgliedern. Definitiv nicht gemütlich! Beim Feldsee Löwenzahnkampf bis in den Tod Der Feldsee... fast haben wir uns entschieden, hier zu campen. Liefen dann aber doch, blind dem Planungskomitee folgend, weiter. Ein Fehler? Leicht überfüllte Geschirr-Rückgabe beim Raimurtihof (auch der hat eine Website...) Es ging nach unten. Die verzweifelte Suche nach Abgeschiedenheit und einem Schlafplatz begann. Wir waren wirklich auf dem Holzweg Das obligatorische Foto mit obligatem Hut Das Notcamp im Wald war dann schlussendlich gar nicht so schlecht wie befürchtet. Es war eigentlich ziemlich gemütlich (-ich-ich-ich) dort unten am Sägebach beim Zipfelhof. Trotz skandalös schlechter Navigation wurde das Planungsteam am nächsten Tag nicht abgesetzt... lag wohl an der Faulheit der Mitwanderer. Neuglashütten - wieder einmal in die Beiz Über die Skipiste packte die Motivation dann doch noch einmal so mehr oder weniger zu. Krasse 200 Höhenmeter machten wir von Neuglashütten durch den Grosswald... ...bis wir dann diese geniale Aussicht hatten: Der Schluchsee. Es war Zeit für eine Pause Der Schluchsee umgeben vom schwarzen Wald Bei Aha (ja, so heisst der Ort), fanden wir dann auch wirklich einen Platz zum Zelten, der wohl in die ewigen Top 10 unserer Zeltplätze eingehen wird. Hier wurde auch wirklich zum ersten Mal ernsthaft fotografiert. Alle fünf Minuten eine andere Stimmung... Bim bädele ...man kam gar nie richtig zum Biertrinken. Die Bilder sprechen hoffentlich für sich selbstKlassische Abendstimmung und Peach Weber - was gibt's besseres? Frisbeespielen war an diesem Ort jedoch ein Hochrisikosport. Nicht nur, weil der Frisbee mehrmals ins Wasser fiel, sondern auch, weil sich die penetranten Spieler (hier abgebildet) Mühe gaben, möglichst dicht über die Köpfe ihrer Wanderkollegen zu schiessen. The group up in smoke Spiegelungen am nächsten Morgen... da war die Wanderung schon vorbei und es ging heimwärts. Frisbee Das hohe Gericht zieht sich zum Besäufnis zurück. See you next year in Sylt...