Donnerstag, 25. März 2010

Von der Kälte ins Grüne zum Weissen. Teil I: Bogotá

Wow, es ist wieder viel passiert in den letzten vier oder fünf Tagen. Leider ging das Internet in meinem letzten Hostel nicht und ich hatte darum keine Zeit Fotos hochzuladen und die Sachen aufzuschreiben, die mir so durch den Kopf gingen... und da ich viel gelaufen bin und viele Sachen durch meinen Kopf gegangen sind, hoffe ich nun, dass nicht alles hinten wieder die Klippe hinunter gestürzt ist.

Einige Erkenntnisse sind nämlich durchaus profund und tief greifend. So habe ich in einem Moment der Klarheit gemerkt, das "Adiós" von "a Dios" (zu Gott) kommt, oder das "consciencia" aus "con" und "sciencia" zusammengesetzt ist...

Der Eintrag umfasst ziemlich viele Sachen: Geographisch geht's von Bogotá bis fast nach Ecuador runter, thematisch von Silikonhintern, über Steinskulpturen, bis zu spirituellen Orten und der Mutter Natur... ein Potpourri sozusagen (um mal wieder ein schreckliches Wort zu gebrauchen, dass mich zudem - ja ich oute mich - an meine erste CD mit Peter Zinsli erinnert, dort gab's nämlich ziemlich viele Schottisch Potpourris und so). Die Reise durch diese verschiedenen Themen beginnt in Bogotá.

Auf der Suche nach Sachen, die ich noch nicht gesehen oder gemacht hatte, ging ich zur Iglesia Museo de Santa Clara. Von aussen sehr unscheinbar, von innen jeden der hundert Rappen Eintritt wert. Und: Man darf sogar Fotos machen! Here we go! Nach einem sehr billigen, aber leider auch ziemlich schlechten, Mittagessen (und gestört von einigen psychopathischen Bettlern), ging's hoch auf den Torre Colpatria, dem höchsten Gebäude Kolumbiens (146 Meter).
Blick nach Norden
Torre Colpatria
Nach ein wenig MAMBO (Museo de Arte Moderno Bogotá, zu teuer für was es bietet) stolperte ich über eine positive Überaschung: Die Eröffnungsparade des Festival Iberoamericano de Teatro. Fasnacht! Und viele viele Leute In Bogotá habe ich es noch geschafft, etwas zu fotografieren, an was europäische Augen (noch?) nicht so gewohnt sind: Die wunderbaren Rundungen eines mit Silikon gefüllten Hinterteils. Oder auch: Eine Frau die aussieht wie wenn sie Windeln an hätte (wenn sie läuft sieht das noch behämmerter aus, als auf dem Bild) Leute überall
Weiter geht's im Teil II!

Freitag, 19. März 2010

Nutzlose Tage: San Gil, Bucaramanga, Bogotá

"You don't need a weatherman to know which way the wind blows", Bob Dylan, Subterranean Homesick Blues

In den letzten Tagen ziemlich viel Leerlauf drin. Gibt zwar schon einige lustige Geschichten...

An unserem letzten Tag in San Gil gingen Lee, Albert und ich in den Parque el Gallineral. Fazit: Viel zu teuer und das Geld bei weitem nicht wert (viel zu teuer = umgerechnete 2,50 SFr). Wenn man die Fotos anschaut, kann man nicht sagen, dass wir keinen Spass hatten... lag aber definitiv nicht am Park.

Attacke der berühmten Hormigas Culonas
Albert, Lee und ich
Die Barbas de viejos: "It's like a scene set in JRR Tolkien's Middle Earth." Lonely Planet war grösstenteils Schuld an unserer Fehlinvestition.
"Ein bisschen Spass muss sein, dann kommt das Glück von ganz allein." Albert und Lee
Kung Fu Fighting: "They were funky chinamen from funky chinatown"
Man beachte den Hintergrund
Albert und Lee gingen danach mit dem Bus nach Santa Marta. Ich blieb noch eine Nacht in Sams Hostal und begann mit zwei Kolumbianerinnen (Yvonne und Ana), Javier (Spanien) und Sam (der Hostelbesitzer) Trinkspiele zu spielen...

Ich war zum Glück ziemlich gut und endete bedeutend weniger besoffen als andere. Eine der Kolumbianerinnen konnte sich dann wenigstens mit einem der männlichen Mitspieler (Tipp: Ich war's nicht) auf der Toilette abreagieren...

Am nächsten Tag fuhren die beiden Kolumbianerinnen nach Bucaramanga, die Hauptstadt der Provinz Santander und etwas grösser als Zürich (also verdammt klein). Ich durfte mit den beiden mitfahren und zweifelte aber ziemlich bald daran, ob dies eine gute Entscheidung war. Ana stellte sich nämlich nicht nur als ziemlich schlechte, sondern auch als halsbrecherisch schnelle Autofahrerin heraus... und dann erzählte sie auch noch, wie sie vor einer Woche fast ins Schleudern geraten war.

Zum Glück war wenigstens die Landschaft genial (und das kommt auf dem Foto leider nicht so gut zur Geltung): El Cañon del Chicamocha. Eine riesige Schlucht.

Ana und Yvonne
Ich weiss eigentlich gar nicht, wieso ich nach Bucaramanga gefahren bin. Diese Stadt hat nichts Spezielles. Auch das Hostel, Kasa Guane Bucaramanga, oder auch KGB, ist zu teuer für das was es bietet... Monopol.

Wenigstens war St. Patricks day lustig (eine Premiere für mich). Ich war mit zwei kanadischen Paaren, einer Irin (wohl die einzige in Bucaramanga) und ein paar Kolumbianern unterwegs. Das eine kanadische Paar outete sich am Schluss des ziemlich feuchtfröhlichen (jedenfalls für die andern) Abends als passionierte Swinger...

Die Stadt stellte sich am nächsten Tag dann doch als ziemlich lebhaft und interessant heraus. Aber nicht wirklich schön...
Nach diesen nutzlosen Tagen ging's mit dem Nachtbus zurück nach Bogotá... um die Leute zum Schlafen zu bringen, lief die ganze Zeit Vallenato, die schreckliche Musik von der Küste Kolumbiens.

Die Band, die lief, heisst Binomio de Oro... ganz schlimm... inklusive Sänger mit Pudelfrisur und Schnauz. Hätte die Leute zum Schlafen bringen sollen. Alles was es bei mir bewirkte war das Gegenteil.

Momentan bin ich in Bogotá im Hostal Sue in Bogotá... Dieses Blatt findet man in der Küche. Während alle anderen Blätter (in allen möglichen Sprachen) die Leute zum Abwaschen auffordern, macht der Holländer genau das Gegenteil (nur hat's natürlich niemand gemerkt).
Well, that's it. Morgen Nacht fahre ich mit dem Nachtbus nach San Augustín. Freue mich schon. Morgen werde ich noch irgendein Museum oder so besuchen... sonst aber nicht viel machen.

Montag, 15. März 2010

Gordelias Zigarren in Barichara und der Camino Real

Nach Rafting und viel Aktivität in San Gil folgte ein ruhigeres Programm.

Gestern gingen Lee, Albert und ich von San Gil nach Barichara... Hier der Fruchtmarkt von San Gil (finde Lee auf dem Foto, geht nicht ohne zu vergrössern).
Im Bus
Barichara ist ein traumhaft schönes Dörfchen. Anscheinend wurden schon ziemlich viele Filme und Telenovelas hier gefilmt.

Es gibt auch einen Entstehungsmythos: 1702 erschien einem Bauer die Jungfrau Maria auf einem Feld. Es wurde eine Kapelle gebaut und drei Jahre später wurde Barichara gegründet. "Barachalá" heisst in der Sprache der Guane (den Indígenas hier) "ein guter Ort um zu ruhen".
Barichara und die Region Santander sind bekannt für ihren Tabak... mehr oder weniger durch Zufall (auch weil die Adresse im Lonely Planet falsch angegeben ist) fanden wir dieses Juwel: Gordelia.
Gordelia heisst eigentlich Patricia Van Strahlen. Mit einer Mitarbeiterin rollt sie in ihrer Wohnung Zigarren von höchster Qualität. Man klopft bei ihr einfach an die Haustüre und sie zeigt einem mit grösstem Enthusiasmus ihre Arbeit und Produkte. Auf jeden Fall nicht zu verpassen wenn man nach Barichara geht.
Casa Gordelia Tabacos
Die Strassen von Barichara. Hinten die Catedral de la Inmaculada Concepción.
Tauben Siesta auf dem Trottoir
Auf der Suche nach Hormigas Culonas, frittierte "grossarschige" Ameisen, die Spezialität Santanders und Baricharas. Wir haben dann auch eine Packung gefunden, war aber dann ein wenig zu teuer nur um zu probieren... Hier die Ladenkatze.
Iglesia Santa Barbara
Eine weitere Kirche Blick runter auf das Zentrum Albert hatte gegessen und war euphorisch
Ein wenig zu spät (wie sich herausstellen sollte) liefen wir von Barichara aus los Richtung Guane.
Albert
Der Weg ist wirklich sehr schön. Er heisst Camino Real und wurde schon durch die Guane-Indianer gebaut.
Sonne
So eine Art floureszente Vögel... designed nach einem Skianzug aus den frühen 90ern.
In dieser Region hat es so eine Art lange Flechten an den Bäumen, die "barbas de viejos". Geben den Wäldern hier eine Art "Herr der Ringe"-Feeling.
Die Gruppe: Albert, Lee und ich (die beiden werden heute weiter nach Santa Marta fahren... ich bleibe hier mit den besoffenen Engländern). Hinten mehr Barbas de Viejos.
Lee war mit seinen Flipflops suboptimal für die anderthalbstündige Wanderung ausgerüstet... ein Grund, wieso wir zu spät in Guane ankamen.
Kurz bevor wir ankamen, fuhr nämlich der letzte Bus nach San Gil ab.
Zum Glück liessen wir uns nicht von einem Abzocker mit Auto abzocken... kurz danach kam nämlich ein Typ zu uns und offerierte, uns mit ihm und seiner Familie zurück nach San Gil zu fahren.
Vier Personen auf den vorderen zwei Sitzen und wir drei hinten in einem Opel Corsa (die hier Chevrolet heissen). Mit dabei war auch ein Papagei mit dem schönen Namen Martina... sie machte einen leicht aggressiven Eindruck und Lee konnte es nicht lassen, den Vogel zu stören.

Kurz: Ich hatte ziemlich schiss, dass mich der Vogel attackieren würde und die Fahrt war darum auch ziemlich ungemütlich... Man beachte den ihren aggressiven Blick auf dem Foto... genau so hat sie mich die ganze Zeit angeschaut! Furchterregend!