Meine "To Do"-Liste: Fotos Berlin bearbeiten (Check), auf Dropbox hochladen (Check), auf Blogger hochladen (Check), Blog Berlin schreiben... nada.
Daneben habe ich natürlich auch noch viele andere Punkte auf meiner Liste. Bin ja noch immer auf der Suche nach einem Job. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg - die Kurve zeigt momentan zum Glück wieder leicht nach oben.
Um nicht zu Hause zu versauern, entschied ich mich spontan, mit einigen
verrückten Jazz-Studenten für ein paar Tage nach Berlin zu reisen.
Wie
New York war
Berlin ein ewiger schwarzer Fleck auf meiner Reiseliste. Jeder war schon dort, jeder fand es
cool,
alterativ, anders, nicht schön
aber... und am meisten sind ja die Berliner selbst von ihrer Stadt begeistert.
In Berlin gehen hohe Weltstadtsansprüche gepaart mit Schludrigkeit und
Lockerheit... War mehrmals das Zentrum der Welt, oder hätte das Zentrum der Welt sein sollen, und stand Jahrzehnte lang im Fokus der Weltpolitik.
"Ich bin ein Berliner".
Wenn man sich für Geschichte interessiert, und das ist bei mir sicher der Fall, dann ist hier an jeder Ecke etwas passiert. Und auch wenn man sich nicht für Geschichte interessiert, hat Berlin einiges an spezieller Atmosphäre zu bieten, die ja auch immer direkt etwas mit der Geschichte der Stadt zu tun hat. Nun aber jenuch jelabert!
Der erste Tag hatte nicht viel mit Geschichte zu tun, dafür aber viel mit Atmosphäre. Mit
Easyjet kamen wir gegen Mittag von Genf aus in Berlin an. Wir
checkten ins
Eastseven Hostel in
Prenzlauer Berg ein und gingen auf die Suche nach Essen.
Fündig (und wie!) wurden wir im
Restaurant Babel an der Kastanienallee. Die Babel-Platte für zwei Personen (und 20 Euro) kriegten wir auch zu dritt und mit
Heisshunger fast nicht fertig.

In der
Reisebeschreibung einer Kollegin
hiess es: "
Si je
me ne trompe pas vous arrivez le dimanche,
ce jour est le jour des
puces à Mauerpark,
ça peut être chouette surtout s'
il y a
le karaoké géant (
ça c'
est vraiment de
la folie)."

Das
Riesenkaraoke im Mauerpark war wirklich ein Erlebnis - der Höhepunkt von vier Tagen Berlin.

Vor einem riesigen Publikum treten mutige Freiwillige auf. Es wird mitgesungen, geklatscht,
geschriehen, gelacht: Neben den Sängern ist definitiv das Publikum das Highlight der Show.
Hier unser asiatischer Freund bei seiner Interpretation von
"Sweet Caroline" von
Neil Diamond. Diesen Song bekamen wir tagelang nicht mehr aus dem Kopf.
Sweet Caroline, oh, oh,
oooh...
good times never seemed so
good
Daneben findet natürlich auch der
Flohmarkt am Mauerpark statt. Viel Schrott, aber auch zwei neue T-
Shirts für mich...

...und eine neue
New Kids on the Block LP für
Tenzin - was wohl auch unter Schrott zu klassifizieren ist.

Dieser junge Herr sang
Circle of Life von
Elton John...

...und zog sich dabei Schicht für Schicht seines
"Lion King"-Kostüms aus. Man beachte die Reaktionen des Publikums.

Schwül-warmes Wetter

Der
Mauerpark - früher Grenze zwischen den
Vierteln Wedding und
Prenzlauer Berg. Während
Wedding zum französischen Sektor gehörte, war
Prenzlauer Berg sowjetisch. Durch den Mauerpark führte die
Mauer und der
Todesstreifen.

Eine Schottin singt
My Humps von den
Black Eyed Peas

In einem Café an der
Oderberger Strasse

Das Brauerei Gewerbe war einst die
grösste Industrie in
Prenzlauer Berg. Die
Kulturbrauerei ist seit 1992 ein Kulturzentrum.
Prenzlauer Berg - vom Osten spürt man nicht mehr viel.
"Gentrification" ist in Berlin wie auch in
New York ein beliebtes Stichwort. Und wie in
New York
heisst dies auch, dass viele Viertel, neben positiven
Entwicklungen, auch einen Teil ihrer Eigenheiten aufgeben müssen.

Der Wasserturm steht auf dem "Gipfel" des Mühlebergs, der 1877 errichtete erste Wasserspeicher Berlins. In der
dreissiger Jahren war der Wasserturm ein "wildes" Konzentrationslager der
Nazis, in welchem "unliebsame" Personen interniert, gefoltert und ermordet wurden.
Prenzlauer Berg war schon damals ein Arbeiterviertel und linkes Zentrum.
Öffentliches Trampolin

Es folgen mehr schräge Fotos von langen Gebäuden

Der
Berliner Fernsehturm ist das höchste Bauwerk
Deutschlands. Die "
Stadtkrone, die alles überragt und von der Sieghaftigkeit des Sozialismus kündet" wurde 1969 im Stadtteil Mitte im ehemaligen Ostberlin fertiggestellt. Den Sieg des Sozialismus hat er leider nicht gebracht.
Tja...

Am Abend gab es noch eine erste Jazzsession in der
Waldo Bar in
Spandau. Jazz
Jams mit japanischen Instrumenten, eine hyperaktive Jazzsängerin und
Organisatorin, Jazz Pianisten aus den Philippinen und ein paar
Bierchen. Ein guter Abschluss des ersten Tages.
Weiter geht es mit Tag II.
Erster Eintrag (check)! Jenuch!